Ehrenabend am Freitag, den 20.07.2018:

150 Jahre FFW Arnstorf: Auftakt zum Gründungsjubiläum mit Totengedenken und Ehrenabend

Es war ein Auftakt nach Maß: Strahlender Sonnenschein, zahlreiche Ehrengäste, bestens gelaunte Feuerwehrleute der Jubelwehr und Gastvereine ließen schon den ersten Tag des akribisch vorbereiteten 150. Gründungsfestes zu einem unvergesslichen Glanzlicht werden.
Bevor Festreden und Ehrungen sowie ein gelungener Auftritt des Kabarettisten Josef „Bäff“ Piendl im Festzelt auf dem Programm standen, besann sich die Jubelwehr Arnstorf ihrer Wurzeln und gedachte am Kriegerdenkmal den Toten des Vereins. „Wir sind stolz auf unsere Vorfahren und blicken demütig in die Geschichte, wohlwissend, dass wir alle ersetzbar sind und nur einen Zeitabschnitt der Vereinsgeschichte prägen“, betonte der Vorsitzende Moritz Graf von Deym. Jede Generation habe Veränderungen angestoßen und doch sei es am Jubiläumswochenende Pflicht und Bedürfnis den Wegbereitern zu danken und derer hochachtungsvoll zu gedenken, die die Freiwillige Feuerwehr Arnstorf auf den Weg gebracht haben. „Wir werden die Verstorbenen unseres Vereins in Ehre im Herzen bewahren und das Gedenken an die kommende Generation weitergeben“, betonte Graf von Deym vor der Kranzniederlegung. Mit Salutschüssen wurde der Ehrenwache Ausdruck verliehen. Die Gebete und Fürbitten des Totengedenkens sprachen Pfarrer Bernhard Saliter und Pfarrer i.R. Gottfried Werndle.
Dass das vergangene Wochenende in der Marktgemeinde ganz im Zeichen des Jubelfestes stand, blieb schon am Auftakttag durch den Zug, musikalisch angeführt von der Blaskapelle Arnstorf, zum Festplatz mit den Nachbarwehren nicht verborgen. Der erste Teil des Ehrenabends war geprägt von Grußworten, der Festrede und Ehrungen. Respekt für die hervorragende Vorbereitung des dreitägigen Festes zollte Schirmherr Bürgermeister Alfons Sittinger. Die Feuerwehr Arnstorf sei professionell aufgestellt. Die heutige aktive Mannschaft bezeichnete der Rathauschef als motivierte Truppe, die ihren Herausforderungen gerecht werde. Viele Aufgaben, wie die Renovierung des Gerätehauses, würden in ehrenamtlicher Arbeit erfüllt. Welch hohes Ansehen die Stützpunktwehr genießt, sei an der hohen Zahl der fördernden Mitglieder abzulesen. „Die Feuerwehr Arnstorf ist vielseitig präsent, als Hilfeleister und im gesellschaftlichen Leben“, schloss Sittinger und nahm die Gelegenheit wahr, seinem persönlichen Dank mit einem Hinterglasbild des Heiligen Florian Ausdruck zu verleihen.
Marktrat Kyrill Gabor hatte die Ehre die Festrede zum 150-jährigen Jubiläum zu halten. Oft werde in der Gesellschaft vergessen, dass 96 Prozent der Feuerwehrleute in Deutschland ehrenamtlich tätig sind. „Dies sind moderne Helden, die unter uns leben“, bekräftigte Gabor. „Wenn der Piepser am Gürtel Alarm meldet, dann stürmen die Feuerwehrfrauen und -männer aus ihrem Alltag, nicht wissend, was sie erwartet.“ Neben der Gefahren für Leib und Leben, müssten die Ehrenamtlichen auch die psychische Belastung verkraften. Als Festredner blickte Kyrill Gabor auch in die Geschichte der Jubelwehr. Bei seiner „Helden-Reise“ erinnerte er an die kommunale Einführung eines Lokalmalzaufschlags zur Finanzierung des ersten Feuerwehrhauses und streifte die Entwicklung der Gerätschaften vom ledernen Eimer, über Handdruckspritzen und ersten Löschfahrzeugen, bis hin zu den heutigen modernen Löschgeräten. Die Bedienung der hochmodernen Geräte würde jedoch auch eine entsprechende Ausbildung voraussetzen. Auch für Übungen müssten die Aktiven Freizeit investieren, was gleichzeitig mit dem Verständnis der Familien einhergehen müsse. Der Festredner erinnerte zudem an große Einsätze der vergangenen Jahrzehnte. In Erinnerung bleiben ein Hochwasser im Bereich Kohlstorf, der Großbrand am Arnstorfer Bauhof oder beim TSV-FC Sportheim sowie überörtliche Hilfeleistung wie beim Schneebruch im Bayerischen Wald oder beim Jahrhunderthochwasser im südlichen Landkreis. Seit 1984 bekam die Stützpunktwehr Arnstorf die Aufgabe übertragen, eine Führungsmannschaft als Bindeglied zwischen Einsatzkräften vor Ort und der Katastropheneinsatzleitung im Landratsamt aufzustellen und auszubilden. Aus dieser Einheit ging die heutige Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung hervor. Gefordert seien die Arnstorfer Wehrleute nicht nur dadurch überörtlich. Der Marktrat richtete den Blickwinkel auch auf die gesellschaftliche Komponente. Seine Festrede reflektierte die erste Fahnenweihe 1881, die erste Frühjahrsparade 1887, zahlreiche Gründungsfeste, bei denen die Wehr zu Gast oder als Patenverein agierte. Gabor erinnerte mit Joseph Graf von Deym sen., Alois Vogl sen. und jun. oder Kurt Aigner auch an prägende Persönlichkeiten der Jubelwehr. Nicht zuletzt zollte er dem jetzigen Kommandanten Johann Schaitl und dem Vorsitzenden Moritz Graf von Deym seinen Respekt, betonte jedoch, dass die Schlagkraft der Wehr aus der guten Kameradschaft und dem Zusammenhalt resultiere. „Es ist beeindruckend, welch großen Dienst Sie alle, wie Sie hier sitzen, der Gesellschaft leisten. Dieses ehrenamtliche Engagement ist in der Tat, und das betone ich aus der Sicht des Kommunalpolitikers, unbezahlbar“, unterstrich Kyrill Gabor.
Respekt zollte der Jubelwehr auch Bundestagsabgeordneter Max Straubinger. Er lobte aber auch den Markt Arnstorf, der letztlich Haushaltsmittel für die gute Ausstattung bereitstellen muss.

„Leuchtturmpersönlichkeiten“ der Jubelwehr

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Helmut Niederhauser, nahm die Gelegenheit wahr, „Leuchtturmpersönlichkeiten“ der Jubelwehr für ihre besonderen Verdienste zu ehren. Die hervorragende Jugendarbeit sei von Günther Moosburner auf den Weg gebracht worden. Somit sei die Grundlage geschaffen worden, Nachwuchskräfte auf ihren Feuerwehrdienst vorzubereiten. Rudolf Baumgartner hatte die Jugendleitung später übernommen und ausgebaut. Beide ehemaligen Jugendleiter wurden dafür mit der Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Rottal-Inn ausgezeichnet. Seit 2001 führt nun Alois Fuchsgruber die Jugendarbeit geradezu vorbildlich weiter. Er gehe an Schulen, akquiriert Nachwuchskräfte und genieße den vollen Respekt seiner Feuerwehranwärter. Für seine herausragenden Verdienste wurde Alois Fuchsgruber die Jugend Ehrennadel des Landes Bayern angesteckt. Die Kreisfeuerwehr-Ehrenmedaille erhielt Franz Stadler, der seit 16 Jahren als Gerätewart für das technische Rüstzeug Sorge trägt. Seit 32 Jahren ist Richard Stockner Gruppenführer, dafür erhielt auch er diese Auszeichnung. Ebenso Franz Meisetschläger, der seit 2001 als zweiter Vorsitzender Verantwortung übernimmt. Auch wurden die Verdienste von Johann Schaitl mit der Ehrenmedaille gewürdigt. Er war von 1986 bis 2001 zweiter Kommandant und hat seit 2001 das Kommando über die Aktiven. Als großer Förderer des Vereins wurde Hans Lindner in Abwesenheit mit der Bayerischen Feuerwehrmedaille für Zivilisten gewürdigt. Dieselbe Ehrung wurde Bürgermeister Alfons Sittinger und Ehrenvorstand Josef Graf von Deym zuteil. Auch dass Marlene Wartner und Christa Hindshammer dem 125. Gründungsfest als Fest- und Ehrenmutter besonderen Glanz verliehen, fand mit der Ernennung zu Ehrenfahnenmutter Würdigung. Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft als Förderer der Feuerwehr Arnstorf wurden Urkunden an Michael Eiblmeier, Erich Maier, Johann Elsberger, Georg Forstner, Herbert Hindshammer, Herbert Kalinke, Ludwig Kettl, Gündüz Köklü, Maria Kudell, Alois Limmer. Richard Müller, Karl Müller, Otto Steiger, Gerhard Settler, Lydia Weileder. Für 50 Jahre geehrt wurden Gert Pröckl und Xaver Büchner, für 55 Jahre Johann Wittmann. Seit 60 Jahren Fördermitglied sind Johann Bauer, Alois Bauer, Josef Simmeth und Helmut Kronwinkler.

Lachmuskelfestival: G’stanzl und Kabarettabend

Nach den Ehrungen trieb Kabarettist „Bäff“ Piendl das Stimmungsbarometer auf Anschlag. Nur wenige Worte aus dem Mund des oberpfälzer Humoristen reichten, um Applausraketen auszulösen. Mit bayerischem trockenen Humor verstand es der G’stanzlsinger örtliche Gegebenheiten und Personen auf die Schippe zu nehmen.

(Quelle: LZ 23.07.2018)